VERISMO

 

Das Violoncello ist schon immer ein Instrument großer Gefühle gewesen. Sein Klang kann wie kaum ein anderes Instrument den Zustand der Seele in sämtlichen Stimmlagen wiedergeben. So überrascht es nicht, dass dem Ensemble schon zur Zeit der Gründung die Oper besonders ans Herz wuchs, was es 2009 mit seiner ersten, viel gelobten CD „cellopera“ sogleich dokumentierte.

2023 - zum 15jährigen Jubiläum - hat sich die Oper als fester Bestandteil unseres Konzertprogramms etabliert und ist auch gewissermaßen zu unserem Markenzeichen geworden, wenngleich wir unsere Vielseitigkeit in der Programmauswahl niemals aufgegeben haben. Was sich allerdings innerhalb der Jahre gezeigt hat, ist unsere Vorliebe für das authentische Drama. Wir bevorzugen Emotionen, die für jeden nachvollziehbar sind und das Alltägliche in neue Dimensionen heben.

Diese Eigenschaften verbindet auch die Musik dieses Albums und kaum ein anderer Komponist hat sich diesen Gefühlen so verschrieben, wie Giacomo Puccini. Wie sehr er dem Stile des Verismo zuzurechnen ist, darüber streiten sich Musikwissenschaftler bis heute. Völlig offensichtlich sind jedoch Gemeinsamkeiten wie die Beschreibung des sozialen Umfeldes und der realistischen Handlung mit ihrem hochdramatischen, gewaltigen Ende. Ebenfalls auffällig ist ein musikalisches Lokalkolorit vom einfachen Lande bis zum exotischen Königshof.

Zwei Komponisten werden heute als Inbegriff des Verismo gesehen: Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo. Sie durften daher auf keinen Fall fehlen und leiten unser Album ein. Was folgt, ist Puccini, welcher im Bereich der Bühnenmusik unseren Lieblingskomponisten darstellt. Dreizehn Titel aus sechs Opern trugen wir zusammen. Besonders die expressiven Arien aus „La Bohème“ und „Tosca“ gehören seit Jahren zu unserem ständigen Konzertrepertoire. Den Schluss bilden zwei Auszüge aus der Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Dieses Werk hat starke Bezüge zu Puccini, mit dem Lehár auch eine tiefe Freundschaft verband. Neben einer unverkennbaren musikalischen Verwandtschaft, die stark auf dem beschriebenen Lokalkolorit basiert, gibt es gerade bei dieser Operette weitere Gemeinsamkeiten zu den anderen Titeln dieses Albums. So beschreibt sie doch deutlich die sozialen Differenzen ihrer Figuren und endet völlig untypisch mit der tragischen Trennung der beiden aufgebauten Paare.

Bleibt die Frage der Unterhaltungsmusik und des großen Sentiments, wie sie dieser Musik noch immer oft vorgeworfen wird. Doch entsteht nicht gerade deshalb etwas Großes und Besonderes, weil man das scheinbar Profane aufwertet? Ist es nicht gut, zu wissen, dass auch Armut, Krankheit oder Eifersucht das Potenzial haben, unsere Beachtung zu finden? Vielleicht sind wir überhaupt deswegen so gut unterhalten, weil wir uns dadurch in höchster Kunst wiederfinden können, auch den Teil von uns selbst, den gerade der Alltag zumeist verdeckt.

 

 

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